Mueller Racingteam zum Saisonstart auf der Messe mach 07 in Chemnitz<br>

Hier das MÜLLER-Racingteam in der 2007er Besetzung, wie es sich zum Saisonstart auf der Messe mach 07 in Chemnitz präsentierte. Von links: Rosemarie Grams, Mario Bartel, Didier Grams, Jens Müller, Jens Grams, Albrecht Wendritsch, Steffen Süß.

 
 
 
 
 
 

1. Lauf Eurospeedway Lausitz

Guter Start in der Lausitz

Am letzten Aprilwochenende kam es zum ersten Showdown des Jahres bei den Superbikes in der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM). Auf dem 4,2 km langen Eurospeedway Lausitz schickte das MÜLLER-Racingteam die neue Maschine zum ersten Mal ins Rennen. Durch seinen 13. Platz im ersten Wertungslauf konnte sich Fahrer Didier Grams gleich drei Meisterschaftspunkte sichern. Im vergangenen Jahr gelang dies erst beim sechsten Wettbewerb. "Auch wenn die Leistung der Maschine noch nicht voll ausgereizt ist, wollten wir unbedingt mit der neuen Technik Erfahrungen sammeln." so Teamchef Jens Müller. Gleich nach dem Rennen wurde der Motor ausgebaut. Bei einem Tuningspezialisten erhält das vierzylindrige Aggregat noch eine Leistungskur. Auch wenn das Reglement die möglichen Veränderungen stark einschränkt, könnten nochmal bis zu zehn zusätzliche PS herausspringen. "Drei Punkte mit dem "schaumgebremsten" Motor und ohne die unterstützende Schaltautomatik sind ganz in Ordnung. Im zweiten Lauf hatten wir das Fahrwerk nicht optimal abgestimmt und ich kam über einen 17. Rang nicht hinaus. Beim nächsten Rennen in Oschersleben müssen sich meine Konkurrenten deutlich wärmer anziehen." so Didier mit seinem Resümee und Ausblick. Die nächsten beiden Rennen gibt es am 20. Mai in der Motorsportarena Oschersleben.

 
 
 
 
 
 

2. Lauf Oschersleben

Sturzpech in Oschersleben

Voller Optimismus ging es zur nächsten Station in die Motorsportarena Oschersleben. Der Auftakt am Lausitzring war gut verlaufen, mittlerweile war der 2007er Motor von der Überarbeitung zurück. Satte 185 PS lagen jetzt am Hinterrad an (und nicht nur an der Kupplung, wie Leistungen bei Serienmaschinen üblicherweise angegeben werden). Jetzt konnte es vorwärts gehen. Ging es auch. Bis zu der Kurve, in der Didier in hohem Bogen von der Maschine flog. Der Teamchef kam gerade ins Fahrerlager, als die übel zugerichtete Suzuki auf dem Hänger zurück von der Strecke kam. Nun hieß es Einkaufszettel schreiben, dicke Brieftasche einstecken und ab in die Fahrerlager-Shoppingmeile. In der Box wurde die Suzuki freigelegt und gesäubert. Zum Glück war der Rahmen heil geblieben. Gegen 01:30 Uhr sah das Mopped wieder ganz manierlich aus. Schnell wieder die Sponsorenaufkleber auf die blütenweiße Verkleidung, alle Schrauben festziehen, Benzin rein und fertig für ein vorsichtiges Warm up.

Im Rennen wollte es nicht so recht laufen. "Ich rutschte beim Reinbremsen, ich rutschte in der Kurve, und wenn es mal wieder gerade ging und ich am Hahn zog fing die Karre an zu eiern und das Hinterrad drehte durch." so die Fahreindrücke von Didier, der auf dem 25. Platz reinkam. Hm. Grübel. Nächstes Rennen. Die Reifenspezies von Bridgestone brachten einen anderen Reifen. Und siehe da, die Zeiten wurden besser. In der Ergebnisliste steht ein 17. Platz. Wenn man da eine Reihe weiter vorn gestanden hätte. Und wenn WM-Fahrer Max Neukirchner nicht am Start gewesen wäre. Aber für wenn und hätte gibt es im Rennsport nach wie vor gar nichts. Wochenende gehakt. Weiter gehts in Bremerhaven beim Fischereihafenrennen und danach in Assen.

 
 
 
 
 
 
Didier Grams Zweiter beim Fischereihafenrennen 2007, Klasse Fischtown open <br>

50. Fischereihafenrennen

Podestplatz an der Küste

Didier Grams aus Limbach-Oberfrohna kam beim 50. Fischereihafen-Rennen auf den zweiten Platz hinter Thomas Kreutz aus Frankfurt am Main. Dritter wurde der Chemnitzer Renè Knöfler. Nachdem der Sachse von der Poleposition gestartet war, führte er das Feld einige Runden lang an. Später wurde er von dem Yamaha-Fahrer überholt. "Ich sah, wie der Fahrer vor mir in den Kurven tüchtige Schlingerbewegungen machte. Da wollte ich auf diesem engen Kurs nichts riskieren. Am nächsten Wochenende will ich in Assen wieder um IDM-Punkte fahren." so Didier nach dem Rennen. "Unser Fahrer hat sich sehr schnell auf die Strecke eingestellt und schon nach zwei Trainingsrunden die Bestzeit geholt." zollte der Leipziger Teamchef Jens Müller seinem Schützling Respekt. Der Hohenstein-Ernstthaler Dirk Heidolf ging bei den 600er Supersportlern an den Start. Der Fahrer aus der 250er WM pilotierte zur Abwechslung eine Honda und kam auf den fünften Platz.

 
 
 
 
 
 
Sturz Grams Leuthard Assen 2007 IDM<br>

3. Lauf Assen

Abflug in Assen

Der zweite Platz beim Fischereihafenrennen in Bremerhaven hatte Auftrieb gegeben. Es tut gut, mal wieder auf einem Treppchen zu stehen. Nun heisst es, eine fahrbare Maschine hinzustellen, mit der unser Fahrer den einen oder anderen Punkt einsacken kann. Nach einem durchwachsenen Training reihten wir uns auf Platz 26 in die Startaufstellung ein. Die Suche nach mehr Grip war noch nicht so recht erfolgreich. Dem Fahrer stand ein schwieriger Lauf bevor. Didier kämpfte mit viel Einsatz und Gefühl am Gasgriff mit der schlingernden Fuhre. Nach elf von zwölf zu fahrenden Runden rutschte er weg, flog von der Strecke und riss den Schweizer Paul Leuthard mit ins Kiesbett. Ein knapp nachfolgender Fahrer überrollte seinen Arm. Die Hebelwirkung ließ die Kugel aus der Pfanne springen und führte zu einem ausgerenkten Schultergelenk. Es dauerte etwas, bis die Rettungskräfte bemerkten, dass es nicht ganz angenehm ist, in diesem Zustand am Arm angefasst zu werden. Nach einer LMAA-Spritze beim Doc ging es besser. Danach gab es eine Trageschlinge um den Hals und die Rennlizenz wanderte bis auf Weiteres zum Büro des DMSB.

 
 
 
 
 
 

4. Lauf Nürburgring

Verletzungsbedingte Nullnummer

Bei dem Sturz in Assen hatte sich Didier das Schultergelenk ausgekugelt. Vom Arzt gab es eine schicke Schlinge und den Hinweis absoluter Ruhe. Damit war ein Start auf dem Nürburgring natürlich nicht möglich.

 
 
 
 
 
 

5. Lauf Salzburgring

Noch kein Start am Salzburgring

Nach einem Sturz mit Verletzung kassiert die Rennleitung die Lizenz des betroffenen Fahrers ein. Solange der Rennarzt nicht die wiedererlangte Gesundheit bestätigt, kommt dadurch kein Fahrer auf die Strecke. Im Fall von Didier fordert der Doc weiter Ruhe und uns bleibt nur, auf das nächste Rennen in Schleiz zu hoffen.

 
 
 
 
 
 

6. Lauf Schleiz

Comeback mit Hindernissen

Nach vielleicht zehn Minuten des ersten Zeittrainings standen wir mit einem kaputten Motor da. Die Nachfrage bei der Rennleitung ergab, dass Didier immerhin mit einer gemessenen Runde notiert ist. Wir könnten also beim Rennen dabei sein, wenn auch auf dem letzten Startplatz. Nach kurzer Überlegung stand die Strategie fest: Verzicht auf das zweite Zeittraining, Einbau eines serienmäßigen Motors, Start am Sonntag bei den beiden Rennen. Gesagt, getan. Raus zum ersten Rennen, hinten anstellen und los. Auch wenn der letzte Druck fehlte, die Maschine lief gut. Auch die neuen Reifen von Bridgestone fühlten sich gut an. Bis auf den 13. Platz konnte sich Didier vorarbeiten, wurde später aber wieder vom Luxemburger Eric Willemsen geschluckt. Im zweiten Rennen ein ähnliches Bild, ein 14. Rang und wieder zwei Zähler. "Wir sind nach Schleiz gekommen um Rennen zu fahren. Und wenn uns ein Motor aussteigt lasse ich mir gern etwas einfallen, damit es weitergeht. Die ganze Crew hat sehr gut gearbeitet. Ich bin zufrieden mit diesem Rennwochenende" so Teamchef Jens Müller. Hier gehts zur Bilderserie. mehr

 
 
 
 
 
 

7. Lauf Most

Hebel ab - zwei Punkte geschnappt

Optimistisch ging es mit dem repariertem Motor nach Most. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für den unbürokratischen und kulanten Service seitens SUZUKI. So musste die Saison für uns kein vorzeitiges Ende nehmen. Also raus auf die Strecke, Motor einfahren, trainieren. Nach diversen Fahrwerks- und Reifentests ging es ins Qualifaktionstraining, bei dem wir schließlich auf dem 20. Platz landeten. Im Rennen kam ich bis zur zehnten Runde ganz gut zurecht. Beim Anbremsen einer Kurve schoss der Norweger Carl Bertelsen bedrohlich nah von rechts hinten an mich heran. Bei der Attacke büßte ich meinen Bremshebel ein, den mir der Kollege regelrecht aus der Hand riss. Dumme Sache, so direkt in der Kurve. Mit Glück brachte ich die Maschine unbeschadet durchs Kiesbett und schließlich an die Box. Dort gabs einen neuen Bremshebel und ich drehte noch ein paar rennmäßige Trainingsrunden, kritisch beäugt von einem Rennkomissar. Rennen zwei lief ohne derartige Probleme und ich kam auf dem 16. Platz rein. Nach Abzug von zwei Gastfahrern einer anderen Meisterschaft machte das einen 14. Platz und zwei Zähler. Fotoimpressionen gibt es hier.

 
 
 
 
 
 

8. Lauf Hockenheimring

Ohne Grip nicht viel zu holen

Selten so viele Reifen getestet und trotzdem hinten angestellt, so könnte man das IDM-Finale auf dem Hockenheimring zusammenfassen. Unser Ausrüster hat uns schwarzes Gummi ohne Ende präsentiert. Rennreifen hart, medium, weich, bis zum Qualifyer-Reifen für die einzige schnelle Runde. Didier mühte sich auf der Strecke, optimierte seine Bremspunkte, legte Gefühl in die Gashand. Letztendlich kam der 24. Startplatz heraus. Im ersten Rennen, die Sonne wärmte nochmal ordentlich den Asphalt, griffen wir wahrscheinlich zu einer zu weichen Mischung. Jedenfalls hatte unser Fahrer arge Probleme mit der Haftung, Rang 26. Im zweiten Rennen lief es etwas besser. Jetzt kam Didier wieder an Fahrern wie dem Niederländer Kerkhoven oder Eric Willemsen vom Schäfer/Yoshimura-Team vorbei und der zweite MV Agusta-Fahrer Marco Eismann entschwand nicht auf Nimmerwiedersehen. Eindrücke von den Rennen findet ihr in der Diashow.
Die Meisterschaftsabrechnung liegt klar unter den Erwartungen. "Der 24. Gesamtrang hat mit den angepeilten top ten plus nichts zu tun. Der verletzungsbedingte Ausfall bei sechs Rennen kann das auch nicht kosmetisch verbessern, da würden wir uns etwas vormachen. Nach der Saison müssen wir uns intensiv zusammenhocken und die Weichen für 2008 richtig stellen." so Teamchef Jens Müller.

 
 
 
 
 
 
Jens Müller Didier Grams nach den Frohburger Rennen <br>

45. Frohburger Dreieckrennen

Grams-Festspiele - viermal aufs Podest

Beim 45. Frohburger Dreieckrennen am letzten Septemberwochenende wurde Didier Grams erfolgreichster Teilnehmer. Drei Siege und ein zweiter Platz in der Klasse Open/Superstock 1000 und beim Drei-Nationen-Cup stehen in den Ergebnislisten. Nur der Ire William Dunlop, einer der Söhne der TT-Legende Joey Dunlop, konnte dem sächsischen Superbiker auf dem schnellen Dreieckskurs das Wasser reichen. Im ersten Vergleich führte Dunlop nahezu über die komplette Distanz, Grams hart dahinter. Ein Kettenschaden warf den Iren in der letzten Runde aus dem Rennen. "War ein klasse Rennen. So ein Defekt ist immer ärgerlich. Ich wollte die Sache lieber sportlich klären. Eine Stelle zum finalen Überholvorgang hatte ich mir schon einige Runden lang vorgemerkt." so Didier Grams. Im zweiten Superstock-Rennen revanchierte sich Dunlop mit einem Sieg. Didier musste unterwegs einen wilden Ausritt neben die Strecke abfangen und sah die Zielflagge 2,3 Sekunden später. In seinen beiden Gaststarts beim Drei-Nationen-Cup unter belgischen, niederländischen und deutschen Fahrern fuhr er den Verfolgern auf 5,9 beziehungsweise 7,7 Sekunden davon und sicherte sich Lorbeer in Gold. "Meine Sponsoren und mein Team unter Leitung des Leipziger Suzuki-Händlers Jens Müller haben mich super unterstützt. Die vier Pokale zum Abschluss der Saison sind sicher ein ganz ordentliches Dankeschön." so Didier in einem Interview nach dem Rennen. Dazu gibt es auch eine Diashow.

 
 
 
 
 
 
Jens Müller Didier Grams nach den Frohburger Rennen <br>

Die Saison 2007

IDM SUPERBIKE-Meister wurde der Österreicher Martin Bauer. Er und der Belgier Werner Daemen holten sich die letzten Siege der IDM SUPERBIKE-Saison 2007 auf dem Hockenheimring. Vor 18.150 Zuschauern gewann der Österreicher den Vormittagslauf vor Werner Daemen, dem niederländischen Gaststarter Arie Vos und dem Norweger Kai-Borre Andersen. Werner Daemen vom alpha Technik Van Zon Honda Team gewann das Rennen vor seinem Teamkollegen Kai-Borre Andersen und dem MV Agusta-Piloten Jörg Teuchert.

Schnellster Pilot im Qualifikationstraining am Samstag war der Norweger Kai-Borre Andersen. Die übrigen Plätze in der ersten Startreihe gingen an Martin Bauer vom Team Holzhauer Racing Promotion, den Niederländer Arie Vos und Werner Daemen. Erneut demonstrierten die IDM SUPERBIKE-Piloten die enorme Leistungsdichte der Klasse - neun Piloten lagen innerhalb einer Sekunde. Für den Österreicher Andreas Meklau war die Saison bereits am Freitag nach einem Trainingssturz beendet. Nach einem Schlüsselbeinbruch und dem Bruch des rechten Mittelfußes musste Meklau seine Ambitionen auf den Vizemeistertitel begraben und reiste am Samstag zur ärztlichen Behandlung nach Österreich ab. Zuvor unterschrieb Meklau jedoch noch einen Vertrag für 2008, wo er erneut für das Team Suzuki International Europe antreten wird. Sein Teamkollege wird Nachwuchsfahrer Dominic Lammert.

Didier Grams vom MÜLLER-Racingteam kam mit neun Punkten auf den 24. Platz. Die Rennen auf dem Salzburg- und dem Nürburgring musste er nach dem Sturz in Assen verletzungsbedingt auslassen. Das Team plant derzeit eine weitere Saison mit Grams als Fahrer.

Erfolge gab es beim Fischereihafenrennen und beim Frohburger Dreickrennen zu vermelden. Fünfmal stand Didier dabei auf dem Treppchen, dreimal davon ganz oben.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Kommunikation ist alles.